Brauchtum in Bayern entdecken - Rauhnachtszeit
Rauhnächte und Brauchtum in Bayern verstehen erleben begeistern

Rauhnächste im Jahreskreis, Lostage und Schwendtage

Wer sich gerade erst mit dem Rauhnachtsbrauchtum befasst, der wird das ein oder andere mal auf Widersprüche stoßen. Denn die meisten Menschen setzen die Rauhnächte allein im Winter fest. Einige andere jedoch sagen, es gibt auch im Sommer Rauhnächte. Diese unterschiedlichen Meinungen kommen nicht zuletzt daher das sich im Rauhnachtsbrauchtum einfach auch verschiedene alte Kulturen wiederfinden. Allein beim Ursprung des Namen Rauhnacht gibt es zum einen verschiedene Schreibweisen, zum anderen unterschiedliche Deutungen. So gelten Lostage etwa als Glückstage, Schwendtage hingegen bringen Unglück.

Ob man das eine als richtig oder als falsch einschätzt - das obliegt jedem selbst, denn jede alte Kultur wurde im Laufe der Zeit vielfältig erweitert, gedeutet, regional anders bewertet. Man kann beim alten Brauchtum daher sicherlich nichts als gänzlich richtig noch als gänzlich falsch einordnen.  Durchgesetzt haben sich jedoch vorrangig die sogenannten zwölfer Nächt, denn egal in welcher Deutung: die Tage zwischen den Jahren gelten als heilige Nächte, als besondere Glöckelnächt. Sie sind die mächtigsten Nächte, ihnen sagt man allerhand nach.


Der kleine Überblick von Rauhnacht Bayern:

Rauhnachtssynonyme:

  • Zwölfernächte
  • Glöckelnächte
  • Innernächte
  • Unternächte
  • Raunächte
  • Rauhnächte
  • Lostage
  • Schwendtage

Besondere Rauhnächte:

21./22.12. Thomasnacht
24./25.12. Heilige Nacht
31.12. Silvesternacht
05./06.01.letzte Rauhnacht

Die 6 letzten und die 6 ersten Nächte zwischen den Jahren gelten als die Zwölfernächte

Rauhnächte und Lostage:

31.10. Allerheiligennacht
01.//02.11. Allerseelennacht
30.11. Andreasnacht
02.02. Mariä Lichtmess
Mitte Mai Eisheiligennacht
24.6. Johannisnacht
27.6. Siebenschläfertag
03.11. Hubertustag

Schwendtage

1., 3., 6., 17., 18. Januar;
8., 16., 17. Februar;
1., 12., 13., 15. März;
3., 15., 17., 18. April;
8., 10., 17., 30. Mai;
1. und 7. Juni;
1., 5., 6., Juli;
1., 3., 18., 20. August;
15., 18., 30. September;
15. und 17. Oktober;
11. und 17. November;
1., 7., 11. Dezember


Die Zwölfernächte

Die Christnacht gilt als einer der größten Rauhnächte und ist in der Nacht vom 24. auf den 25.Dezember. Hier feiern die Christen heute die Geburt des Erlösers, früher jedoch war dies die Nacht der alten Götter und Dämonen. Man sagt diese gehen in dieser nacht um, und sind dem Menschen, der sich einst vom alten Glauben abwandte nicht wohlgesonnen. Daher so erzählen es die Alten soll man in der Christnach nach dem Abendläuten das Haus nicht mehr verlassen und auch Vorkehrungen treffen.

Ausser zur Christmette hat der Mensch in dieser Nacht das Haus nicht zu verlassen. Die Alten sagen zum Vergnügen allein soll man nicht unterwegs sein. Wer in dieser Nacht an einem Friedhof vorbei geht, sieht dort wer im nächsten Jahr sterben muss. Früher hatte man in dieser Nacht alte Birkenholzscheite ins Feuer gelegt- denn diese brannten lang und garantierten das das Feuer nicht ausgeht. Denn auch darauf sollte man in der Christnach achten. Stürzen sollte man in dieser Nacht übrigens ebenfalls nicht, und putzen ist schon gar nicht gern gesehen. In der Christnacht muss die Wohnung ordentlich sein, Unrat erleichtert den Dämonen den Zutritt zum Haus. Ist die Nacht sternenklar, kann man in der Christnach in den Himmel sehen und wer diesen Blick wagt, der sollte unbedingt seinen Kopf bedecken. Denn ohne Hut, ohne Mütze kann sich der Spuk im Kopf festsetzen.

Im übrigen ist die Christnacht auch aus anderer Sicht ein besonderes Datum. Denn ab diesem Tage fängt der Tag wieder zu wachsen an, das Tageslicht besiegt die Nachtschwärze.Die Silvesternacht, die Nacht vom 31.12. auf den ersten Tag des neuen Jahres gilt als eine große Rauhnächt, ist zugleich aber auch eine bedeutende Losnacht. Viele Rituale begleiten sie, man kann in ihr gut Abstand von Altem und Vergangenen nehmen. So sagt man etwa , dass man mit dem Bleigießen in die Zukunft sehen kann, was man in dieser Nacht verbrennt das wird einem niemals mehr stören oder hindern. Wer in dieser Nacht in eine Bibel greift und diese auf einer zufälligen Seite aufschlägt, dem wird ein Satz ins Auge stechen welcher zukunftsweisend sein wird. Natürlich hat im übrigen auch das Silvesterknallen eine rauhnächtliche Tradition. Denn man besagt das die Wilden, das Böse den menschenlichen Lärm nicht mag. Ihnen allein steht es zu, mit lautem Getöse und kräftigen Winden die Natur zu belärmen. Da man aber weiß das in der Silvesternacht die Dämonen gerne die Saat des Bösen für das neue Jahr säen, hat man seit jeder schon in dieser Nacht viel Lärm gemacht. Früher wurde mit Böllerschützen geschossen, heute übernehmen Rakten und Knaller diese Aufgabe.

Autor Claudia Zink/ Bildquelle Pixabay.