Brauchtum in Bayern entdecken - Rauhnachtszeit
Rauhnächte und Brauchtum in Bayern verstehen erleben begeistern

Die Nikolausnacht

Morgen kommt der Nikolaus- für viele von uns war das eine der wohl aufregendsten Aussagen. Denn der Nikolaus weiß einfach alles und nichts konnte man ihm verheimlichen. In der  Nacht vom 5. auf den 6. Dezember war daher so manches mal an Schlaf nicht denken. Was wird der Weiße wohl alles wissen und vorallem, wird man Geschenke bekommen oder packt einen der krampus in den dunklen Sack. Eifrig lernte man damals Gedichte oder versuchte sich im Zeichnen. Nur um den alten Weißen aus dem Wald milde zu stimmen. Wie bei allen alten Traditonen geht übrigens auch dieser Tag aufgrund der Christianisierung auf einen Heiligen zurück- dem hl. Nikolaus von Myra.

Im Bayerischen Wald ist die  Nikolausnacht auch eine Rauhnacht. Man sagt bis heute, dass es eine große Ehre sei, dass der Nikolaus sich auf den weiten Weg zu uns macht und diese Bürde auf sich nimmt. Daher ist es das mindeste, dass man an diesen Tag zu Hause bleibt und nach dem Abendläuten das Haus nicht mehr verlässt. So mancher Erwachsene stellt an diesen Abend auch kleine Gaben vor die Haustür, in vielen Fenstern brennt ein Licht. Wer nach dem Abendläuten das Haus noch einmal verlässt, sollte dies in Ruhe tun, laute Musik im Auto ist nicht angebracht. Wer zu aufmüpfig und mit listigen Gedanken unterwegs sei, dem lauert in dieser Nacht oftmals der Krampus auf.

Viele Kinder kennen den Nikolaus Brauch heute vor allem durch den Besuch des Weißen im Kindergarten oder der Schule. Kommt dort dann der Nikolaus, dann bringt er zumeist Schokoladen-Nikoläuse, Nüsse oder allerlei andere Süßigkeiten. Bisweilen wird der Nikolaustag leider schon wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest gehand habt. Ein Trend, der leider nicht aufzuhalten scheint, der aber den Blick fürs Wesentliche verschleiert. Überlegt man sich, dass es früher nur getrocknetes Obst und Nüsse für die Artigen gab. Aber genau darüber freute man sich.

Bis heute wird den Kindern gerne erzählt, dass zu den braven Kinder der Nikolaus kommt und der Krampus, oft auch dunkler Nikolaus genannt,  zu den bösen Kindern schleicht. Eine Aussage die bis zum 17. Jahrhundert auch richtig war, denn bis dato gingen Krampus und Nikolaus getrennt. Erst später wurde der Krampus zum ständigen Begleiter des Nikolaus.

Autor Claudia Zink/ Bildquelle Pixabay.