Brauchtum in Bayern entdecken - Rauhnachtszeit
Rauhnächte und Brauchtum in Bayern verstehen erleben begeistern




Die Fronleichnamsnacht

Im bayerischen Wald glaubt man daran, dass das ganze Jahr Rauhnächte sind. In anderen Regionen wie etwa Oberbayern hingegen, feiert und zelebriert man nur die besonderen Zwölfernächte. Die Tage zwischen den Jahren. Alten Überlieferungen hingegen kann man nachweisen, dass es tatsächlich das ganze Jahr über verteilt sogenannte Los- und Schwendtage gibt. Besondere Nächte eben, Rauhnächte. Auch die heutige Fronleichnamsnacht zählt dazu. An diesem Tag wird empfohlen, dass Haus nach dem Abendläuten nicht mehr zu verlassen. Denn man sagt, die Wilden haben in dieser Nacht Ausgang und wüten in den Lüften. Erstaunlicherweise ist oft in dieser Nacht sogar ein Sturm zu hören oder es regnet.

Am Fronleichnamstag wird in vielen Regionen Bayerns Salut geschossen. Ein altes Ritual, dass man von damals noch kennt. Denn so werden seit jeher Geister und Dämonen von Erden verbannt. Zu Kriegszeiten war dieser Brauch jedoch verboten, denn man wollte an diesen Tagen Ruhe und Einsicht begehen. Seit jeher finden jedoch an diesem Tag in allen Dörfern und Gemeinden auch heute noch Fonleichnamsprozessionen statt, bei denen die Kirche das Allerheiligste durch die Straßen trägt. Festlich sind die Straßen dann geschmückt und natürlich sollte ein jeder auch an diesen Tag die Kirche besuchen.

Was einst die alten Ahnen an diesem Tag feierten, entzieht sich unserer heutigen Kenntnis. Man kann nur erahnen, dass dies auch ein Festtag war. Denn im Zuge der Christianisierung wurden die alten heidnischen Tage von der Kirche bekehrt. Daher sagt man auch heute diesen Tag nach, dass der Menschen aufgrund seines Götterverrats nicht alleine während der Kirchzeit in den Wald gehen soll. Denn dort lauert das Böse, stets auf der Suche nach Menschen die untriebig sind und den Glauben nicht ehren.

Alte Erzählungen besagen, dass so mancher an diesem Tag am Waldesrand ein Funkeln und Glitzern vernommen haben soll. Auf der Suche nach einem Schatz, neugierig und vielleicht auch ehrgeizig angetrieben, soll der Teufel so manchen in den Wald gelockt haben. Glaubt man den Legenden, sind schon einige Menschen an diesem Tag verschwunden und nie mehr aufgetaucht.

Autor: Claudia Zink/ Bildquelle: Pixabay