Brauchtum in Bayern entdecken - Rauhnachtszeit
Rauhnächte und Brauchtum in Bayern verstehen erleben begeistern

Die Allerheiligennacht


Als Allerhiligennacht wird die Nacht vom 31. Oktober auf 1. November angesehen. Diese wird im Bayerischen Wald auch als Rauhnacht zelebriert. Man sagt, dass die Kelten in dieser Nacht ihr Samhain, das Fest der Toten feierten, welches auch Grundlage für das uns heute bekannte  Halloween ist. Für die Germanen hingegen ist diese Nacht die erste des Winterhalbjahres. Eine Zeit in der die Dunkelheit regiert, dass Düstere erwacht.  Ab heute ist die Weiz (der Spuk) unterwegs und die unerklärlichen Phänome nehmen zu. Albgeister tauchen vermehrt auf, der schwarze Geisterhund wird gesichtet und die weiße Frau geht umher. Achtsam soll man sein, denn auch Irrlichter und Rauhnachtswesen tauchen auf. 

Ab der Allerheiligennacht hört man auch das Nachgloit erwachen, die wilde Jagd reckt und streckt sich, macht sich bereit. Bald gehen diese Sagengestalten auf die Jagd nach „armen Seelen“, sie begleiten die unruhigen Geister die nicht freiwillig ins Jenseits gehe, ins ewige Zuhause. Die wilde Jagd ist auch der Wächter der Rauhnachtszeit und schaut nach Menschen, die das Gebot der Rauhnächte nicht einhalten und sich entgegen der Tradition verhalten. Sie bewahren den Zauber dieser Zeit und gehen erst wieder in der Dreikönigsnacht im Januar von dannen. In Sturmnächten kann man sie übrigens hören. Man vernimmt oft Hundegebell, Pferdewiehern und andere unerklärliche Laute, die man nicht zuordnen kann.  Wer ein Haustier sein Eigen nennt, kann ab der Allerheiligennacht oft beobachten, dass diese sich anders verhalten. Man sagt Hunde und Katzen haben ganz besondere emphatische Fähigkeiten und spüren, dass die Wesen der Anderswelt nun näher sind.

Am 1. November feiert die Kirche das Allerheiligentagsfest, man geht auf den Friedhof und gedenkt der Verstorbenen ist. Oft versammelt sich danach die Familie noch im Haus und man genießt zusammen in Gedenken an die Toten Allerheiligenspitzel und Kaffee. Es ist ein stilles Fest in Ehren an die Toten. Interessant ist bei der Allerheiligennacht, dass diese schon vor der Chirstianisierung als schaurige Nacht bekannt war. Denn auch  für die Kelten waren  diese Nacht eine besonders ehrfürchtige Nacht, die Tore zur Totenwelt standen offen und die Geister der Ahnen konnten ins Diesseits kommen.

Autor: Claudia Zink/ Bildquelle: Pixabay