Unsere Bayerntour - Rauhnacht.bayern
Bayrisches Rauhnachtsbrauchtum

PERCHTENBRAUCHTUM

Die Rauhnachtszeit- jedes Jahr beginnt sie in der Vorweihnachtszeit mit zahlreichen Krampusläufen in ganz Bayern und Österreich. Ein wildes Spektakel mit furchteinflössenden Gestalten. Die Perchten sieht man traditionell zu dieser Zeit nicht. Denn ihre Zeit ist die Zeit nach Weihnachten. Beginnend mit dem Heiligen Abend bis zum Dreikönigstag im Januar. Diese zwölf Nächte werden  allgemein als die wichtigsten Rauhnächte bezeichnet und werden in vielen Regionen Bayerns sowie den angrenzenden Ländern mit Schellen, Glocken, Trommeln und Gerassel eingeläutet. Je lauter umso besser. Die Perchten übernehmen dabei die Aufgabe böse Wintergeister auszutreiben. Allerdings gibt es auch hier Gut und Böse. Denn man besagt das in keiner anderen Zeit Gut und Böse, Recht und Schlecht so nahe beinander sind wie in der Rauhnachtszeit.   Schiarchperchten gehen neben den Schönperchten. Das Wilde Heer tritt nahe dem Guten auf.

Was bedeutet der Name "Percht" und wo kommt er her? Der ursprüngliche Name der Frau "Berchte" stammt nachweislich aus dem Mittelalter. Vielerorts hält sich die Behauptung, dass der Name im Zusammenhang mit der Sagengestalt Perchta steht, welche sich in der slawischen Mythologie befindet. Manch einer sagt auch, dass der Name vom mittelhochdeutschen bertnacht kommt, dem einstigen Wort für Feiertag der Erscheinung. Aus diesen zahlreichen Definitionen hat sich seit ca. 1900 dann der Begriff Schiachperchten abgeleitet, noch früher gingen die Schönperchten hervor. 

Percht und Krampus - ziemlich verwirrend das ganze. Bis zum Jahr 1900 war das Wort Percht eine Bezeichnung für alle Masken. Später wurde unterteilt in die Schönperchten und die schiachen Perchten, welche mit der Zeit ergänzt wurden durchdie Krampusse. Seit jeher ist jedoch klar definiert, dass die Perchten in den Rauhnächten  kommen und die Krampusse allein in der Vorweihnachtszeit auftreten. Allerdings entwickelt sich jedes Brauchtum weiter, ein jede Region hat eigene Rauhnachtsbräuche und vor allem hat die Schnitzkunst einen wesentlichen Antrieb gegeben. Früher waren die Perchtenmasken klar definiert. Heute sind die Masken der Schiachperchten teilweise so furchteinflössend das sie gerne mit dem Krampuss verwechselt werden. Wer das Ursprüngliche kennen lernen möchte, der sollte unbedingt die Regionen Oberbayern, Niederbayern besuchen. Denn nur dort wird das Brauchtum noch traditionell belebt.

Vielerorts beginnen Perchten- und Krampusläufe schon im November. Natürlich gibt es immer wieder Veranstaltungen ausserhalb der klassischen Perchten und Krampuszeit. Das traditionelle Brauchtum jedoch sieht vor, dass die Krampusse in der Zeit von 1. Dezember bis 6. Dezember unterwegs sind und den Nikolaus begleiten. Die Perchten dann beginnend von der Thomasnacht am 21. Dezember bis zum 6. Januar unterwegs sind, in der auch die Wilde Jagd zu Hochtouren läuft.

Was gehört zu einer Perchtegruppe?Der Percht tritt stets zusammen als Schön- oder Schiachpercht auf, denn schließlich vertreiben die Schiachen das Böse und erwecken so die Natur zum Leben. Kommen die Schönperchten dann wird Fruchtbarkeit fürs Land vermittelt. Üblicherweise gibt es dann auch Rutenstreiche, welche Fruchtbarkeit vermitteln sollen. Es wird also nicht zugeschlagen, sondern nur sanft mit einem Birkenzweigerl gestreichelt.

Wenn der Januar die Zeit der Perchten ist, warum gibt es dann dort auch Rauhnachtsveranstaltungen mit Krampussen, Deifln und Hexen?Der Januar ist die Zeit der letzten 6 Rauhnächte: Zwölfe insgesamt, 6 im alten Jahr, 6 im neuen Jahr. In dieser Zeit ist die Wilde Jagd unterwegs, dämonische Gestalten die das ganze Jahr über von der Erde verbannt sind. Es gibt in der Rauhnachtsmythologie zahlreiche Rauhnachtswesen, die Perchten sind einige davon. Aber es gibt noch viele andere, die sich je nach Region unterscheiden. Deshalb sieht man die Wilden auch im Januar, zumal sich jedes Brauchtum auch weiterentwickelt und von jeder Generation neu interpretiert wird.