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Bayrisches Rauhnachtsbrauchtum

Das Klöcklsingen

Brauchtum überlebt Generationen. Zumindest wäre dies wünschenswert. Denn Brauchtum ist auch immer Erinnerung. Erinnerung an die eigene Vergangenheit, an die eigene Familie, an Erlebnisse und Vorfahren. In vielen Regionen hält man daher das Brauchtum hoch in Ehren und animiert sogar den jüngsten Sproß dazu, bereits in frühen Jahren aktiv am Geschehen teilzunehmen. So ziehen jedes Jahr an den drei Donnerstagen vor Weihnachten Kinder jeden Alters im Allgäuer Raum von Haus zu Haus und zelebrieren dort das Klöcklsingen.

Dieses Singen und von Haus zu Haus marschieren ist ein Brauch der seit Jahrhunderten am Leben gehalten wird. Früher brachen die Kinder armer Leute in der Dunkelheit zum Klöcklsingen auf, um so den Vorrat an Lebensmittel für die kommenden Feiertag etwas aufzubessern. Birnen, Dörrobst, Nüsse aber auch an guten Tagen Speck, Butter und Brot wanderten so in die heimische Speisekammer.

Gesungen wurden und werden heute noch Weihnachtslieder und glaubt man den Erzählungen wurde das Klöcklsingen bereits im Jahre 1450 das erste Mal zelebriert. Klopft es heute an der Tür, darf man übrigens den Kindern auch gerne mal einen Euro zustecken.