Unsere Bayerntour - Rauhnacht.bayern
Bayrisches Rauhnachtsbrauchtum

Fronleichnamsnacht

Buchautor und Heimatforscher Sepp Probst erzählt:

Die Nacht zum Fronleichnamstag wird als böse Nacht, als Rauhnacht angesehen. Kein Mensch soll sich nach dem Abendläuten mehr aus dem Haus wagen, es geht der Teufel in dieser Nacht um. In manchen Gegenden wurde am Mittwochabend vor der Fronleichnamsnacht auf unseren Herrgott Salut geschossen, ähnlich wie das Christkindlanschießen an Heiligabend. Dieses Salutschießen wurde am Fronleichnamstag morgens wiederholt. Der Sinn hinter dem Schießen war wiederum, dass durch den Lärm die Geister, Dämonen und der Teufel vertrieben werden sollten. Mit dem Aussterben der Böllerschützenvereine nach den Weltkriegen kam dieser Brauch ab. Am Fronleichnamstag selber findet eine Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Straßen der Gemeinden statt. In der Zeit des Umzuges darf kein Mensch in den Wald gehen, denn dort geht der Teufel um. Er ist auf der Suche nach den Menschen, die nicht an dem Umzug teilnehmen und so Gott nicht ehren. Leider hat sich hier der Teufel viele Verlockungen ausgedacht, um immer wieder Menschen zu verführen, in den Wald zu gehen. Meistens sind dies Orte, wo ein Schatz versteckt sein soll und dieser nur am Fronleichnamstag, während der Prozession, zu sehen und zu bergen sei.