Unsere Bayerntour - Rauhnacht.bayern
Bayrisches Rauhnachtsbrauchtum

Das kurze ABC zu Alltagstraditionen in Rauhnächten

Die Rauhnachtszeit ist voll mit Ritualen und Bräuchen, daher führen wir das Brauchtums ABC an dieser Stelle fort und erklären weitere Begriffe. Hierbei wird Ihnen sicherlich auffallen, dass einige Brauchtümer zur Rauhnachtszeit oft Mensch und Tier verbinden und mit beiden zu tun haben. Das kommt daher, dass man früher gerade auf dem Land sehr am alten Brauchtum festhielt, fromm handelte  und seinerzeit auch zumeist mit den Tieren unter einem Dach lebte. Gerade auf dem Land war es so nicht unüblich, dass die Hühner in der Stube umher liefen, der Kuhstall unmittelbar an die Wohnstube angrenzte. Was heute undenkbar wäre für viele, war seinerzeit jedoch praktisch. Denn Tiere bedeuteten einen sicheren Broterwerb und waren von hohen Wert. Man achtete daher sehr auf das Wohl dieser und profitierte zum anderen natürlich auch von der Wärme, welche Kuh und Ochs im angrenzenden Stall erzeugten.


Ausräuchern von Haus und Hof: früher wurde im gesamten Haus am Dreikönigstag geräuchert mit Weihrauch, hierzu legte man glühenden Weihnrauch in ein altes Kohle Bügeleisen, man begab sich damit durch das Haus und sagte fortlaufend das Gebet : Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist- schütze dieses Haus und all die da gehen ein und aus. Im Hof stellte man sich früher in die Mitte und schwang betend das Rauchgefäß in alle 4 Himmelsrichtungen

Dreikini Ritual: am 6. Januar beschreibt man traditionell mit geweihter Kreide die Türstöcke im eigenen Haus mit den Anfangsbuchstaben der hl. Drei Könige: Kaspar, Melchior und Balthasar sowie der Jahreszahl, jeweils durch ein Kreuzchen getrennt. So zumindest die heutige Definition. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Kürzel eigentlich für das christliche "Christus mansionem benedikat" steht, welches frei übersetzt Christus segne dieses Haus bedeutet

Gebetläuten: beginnend mit der kalten Jahreszeit am 1. Dezember wurde bis durchgehend zum 31.01. stets um 17 Uhr die Kirchglocke geschlagen. In manchen Regionen glaubte man früher daran, dass frisch gemolkene Milch nach dem Gebetläuten nicht mehr zum Verzehr geeignet war. Die Kühe mussten daher vor 17 Uhr gemolken und versorgt sein

Hutschergäih: das Hutschergäi wird heute noch von vielen Frauen zelebriert und ist eigentlich einer der schönsten Alltagsbräuche. Denn beim Hutscher gäih treffen sich befreundete Damen und verbringen die Zeit mitnand. Man redet, oft wird nebenbei gestrickt oder auch genäht, man verbringt eine gemütliche Zeit, liest zusammen, erzählt sich das Neueste und nicht selten wird dabei auch musiziert.

Hutscherhaiser: Hutscherhaiser sind frei übersetzt Häuser, Wohnungen, Räume in denen beschriebene Hutscher Abende statt finden. Früher war das Leben sehr einfach, es gab kein Radio, kein Fernsehen - man war auf die Neuigkeiten von Reisenden angewiesen. Bei den Hutscherabenden wurden diese Neuigkeiten dann ausgetauscht und man redete einfach über alles mögliche. Oft erzählte man sich auch Geschichten von früher, so manches war sicherlich auch der Phantasie entsprungen. Aber es war schön

Kreuze: früher setzte man die drei Kreuze welche am 6.Januar an die Tür gemalt werden, auch unter Tischplatten und Unterseiten von Stühlen

Rauhnachtfütterung: früher gab man den Tieren im Stall ein wenig geweihtes Futter während der Dreikönigsnacht. Hierzu wurde Schrot mit Weihwasser besprenkelt oder aber man gab ihnen geweihte Brotstücke

sprechende Tiere: früher hat man oft neben dem Vieh gelebt und nur eine Tür trennte die Wohnstube vom Stall. Die  Christnacht sowie auch in manchen Regionen die Dreikönigsnacht soll die Tiere zum Gespräch verleiten. Wer genau hin hört, der kann in dieser Nacht mit den Tieren sprechen. Die Tür wurde daher seinerzeit oft offen gelassen.

Stallarbeit: in der Rauhnachtszeit - so heißt es auch heute noch- soll man das Haus nach dem Abendläuten nicht mehr verlassen. Daher wurde ganz früher auch oft die Stallarbeit in den Zwölfernächten der anderen Zeitrechnung angepasst.