RAUHNACHT.BAYERN
Die Rauhnachtszeit -bayrisches Brauchtum und Tradition
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Die Christnacht gilt als einer der größten Rauhnächte und ist in der Nacht vom 24. auf den 25.Dezember. Hier feiern die Christen heute die Geburt des Erlösers, früher jedoch war dies die Nacht der alten Götter und Dämonen. Man sagt diese gehen in dieser nacht um, und sind dem Menschen, der sich einst vom alten Glauben abwandte nicht wohlgesonnen. Daher so erzählen es die Alten soll man in der Christnach nach dem Abendläuten das Haus nicht mehr verlassen und auch Vorkehrungen treffen.

Ausser zur Christmette hat der Mensch in dieser Nacht das Haus nicht zu verlassen. Die Alten sagen zum Vergnügen allein soll man nicht unterwegs sein. Wer in dieser Nacht an einem Friedhof vorbei geht, sieht dort wer im nächsten Jahr sterben muss. Früher hatte man in dieser Nacht alte Birkenholzscheite ins Feuer gelegt- denn diese brannten lang und garantierten das das Feuer nicht ausgeht. Denn auch darauf sollte man in der Christnach achten. Stürzen sollte man in dieser Nacht übrigens ebenfalls nicht, und putzen ist schon gar nicht gern gesehen. In der Christnacht muss die Wohnung ordentlich sein, Unrat erleichtert den Dämonen den Zutritt zum Haus. Ist die Nacht sternenklar, kann man in der Christnach in den Himmel sehen und wer diesen Blick wagt, der sollte unbedingt seinen Kopf bedecken. Denn ohne Hut, ohne Mütze kann sich der Spuk im Kopf festsetzen.

Im übrigen ist die Christnacht auch aus anderer Sicht ein besonderes Datum. Denn ab diesem Tage fängt der Tag wieder zu wachsen an, das Tageslicht besiegt die Nachtschwärze.Die Silvesternacht, die Nacht vom 31.12. auf den ersten Tag des neuen Jahres gilt als eine große Rauhnächt, ist zugleich aber auch eine bedeutende Losnacht. Viele Rituale begleiten sie, man kann in ihr gut Abstand von Altem und Vergangenen nehmen. So sagt man etwa , dass man mit dem Bleigießen in die Zukunft sehen kann, was man in dieser Nacht verbrennt das wird einem niemals mehr stören oder hindern. Wer in dieser Nacht in eine Bibel greift und diese auf einer zufälligen Seite aufschlägt, dem wird ein Satz ins Auge stechen welcher zukunftsweisend sein wird. Natürlich hat im übrigen auch das Silvesterknallen eine rauhnächtliche Tradition. Denn man besagt das die Wilden, das Böse den menschenlichen Lärm nicht mag. Ihnen allein steht es zu, mit lautem Getöse und kräftigen Winden die Natur zu belärmen. Da man aber weiß das in der Silvesternacht die Dämonen gerne die Saat des Bösen für das neue Jahr säen, hat man seit jeder schon in dieser Nacht viel Lärm gemacht. Früher wurde mit Böllerschützen geschossen, heute übernehmen Rakten und Knaller diese Aufgabe. Die Dreikönigsnacht vom 5. auf den 6. Januar ist die größte und schlimmste Rauhnacht. Denn in dieser Nacht darf das Wilde Heer das letzte Mal in voller Macht auf Erden walten, bevor sie wieder mit all ihrer Kraft in ihr Reich zurück kehren müssen. Es ist die letzte der zwölf wichtigsten Rauhnächte und daher ist diese Nacht mit Vorsicht zu genießen. Denn wer möchte schon freiwiliig gehen. Man besagt das die Wilden alles versuchen um sich auf Erden zu halten, sich in den Köpfen und Seelen der Menschen festzusetzen. So manch einer soll in dieser Nacht schon in die wildesten Versuchungen geraten sein. Der Mensch beugt der Verführung durch das Böse seit jeher mit Räuchern vor. Gerade in dieser Nacht wird mit Weihrauch jedes Haus geräuchert. Früher war es üblich jede Rauhnacht zu räuchern,mit der Zeit jedoch hat man sich auf die Dreikönigsnacht konzentriert. Nach dem Abendläuten soll man in dieser Nacht das Haus nicht mehr verlassen und natürlich soll man die Buchstaben der heiligen drei Könige an die Türbalken schreiben. Sie zeigen das die Menschen darin an das Gute glauben und das Böse keine Chance hat. Am Dreikönigstag räumt man traditionell auch den Christbaum ab und bringt diesen aus dem Haus. Taut es an diesem Tag, besagt der Volksmund übrigens das der Winter noch einmal kommt und lange dauert. Legt man in dieser Nacht 12 Getreidekörner auf den warmen Ofen kann man am nächsten Morgen sehen, welcher Monat besonders hart und teuer wird. Das linke Korn steht für den Monat Januar, das rechte für den Monat Dezember. Hat man Glück und liegt Schnee, kann man übrigens mit einem Schneeball der mit Weihwasser betröpfelt ist Blitz und Donner im Jahr abwenden, in dem man diesen übers Dach wirft.