RAUHNACHT.BAYERN
Die Rauhnachtszeit -bayrisches Brauchtum und Tradition

Das Rauhnudelsingen/ Die Rauhnudel - der Rauhnudelbettler

Wenn die sogenannten Zwölfernächt sich dem Ende zu neigen, wenn die längsten Rauhnächte vorbei sind wird in einigen Regionen Bayern - oft in der Nacht zum Dreikönigstag das Rauhnudelsingen zelebriert. Man sagt in der Nacht zum Dreikinifest geben sich die Himmelsgeister, die Druden und Hexen, die Wilden und ihre Schrazeln ein Stelldichein. Ausgelassen feiern sie die letzten Tage welche sie auf Erden verbracht haben. Früher hatte man vor diesem Tag in jedem kleinen Dorf furchtbare Angst, denn nun war die Rauhnachtszeit ja zu Ende und je später die Nacht wurde, umso mehr packte die Geister der Übermut. Nicht selten sollen sie dann so manchen Menschen in das Geisterreich entführt haben und sich einen Streich erlaubt haben. So manch einer sagt auch, dass es der Zorn der Wilden Jagd ist der in dieser Nacht zu später Stunde dem Menschen gefährlich werden kann. Denn schließlich will das Wilde Heer nicht nur an wenigen Tagen auf Erden verweilen.

Es gibt viele Sagen die sich um diese eine Nacht ranken. Von Region zu Region unterschiedlich. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: der Mensch versuchte mit allen Mitteln diese Nacht heil zu überstehen. So mancher stellt in dieser Nacht Brot und Milch auf die Fensterbank, um die Vorbeiziehenden milde zu stimmen. Andere hingegen verkleiden sich selbst als Geister, ziehen vermummt durch die Straßen. So wie in der Region Waldkirchen etwa, im Bayrischen Wald. Hier zieht man in der Dunkelheit von Haus zu Haus, singt schaurig schön und wird von den Hausbewohnern dann mit den sogenannten Rauhnudeln belohnt. Man sagt, wer am fürchterlichsten singt und damit jeden Geist in den Schatten stellt, erhält die größte Rauhnudel, welche übrigens ein wunderbares Gebäck ist.

Das Rauhnudelsingen kennt man übrigens vorangig in Niederbayern und in Tirol. Früher war es mal ein Salzgebäck und man nannte die Sänger auch gerne Rauhnudelbettler. Denn oft waren es arme Menschen, die sich durch das Veräpffeln der Geister ein kleines Zubrot verdienten. In Italien kennt man diesen Brauch übrigens auch, wenngleich er dort zwischen 21.12. und 5.01. jedes Jahr ausgeführt wird.