RAUHNACHT.BAYERN
Die Rauhnachtszeit -bayrisches Brauchtum und Tradition

Das Rauhnachtsschiessen

Angst und Schrecken hat so mancher von uns verspürt, als er das erste Mal vom Christkindl anschiessen gehört hat. Das kann doch nicht sein, so einem kleinen "Wuzerl" kann man doch nicht weh tun. Und vor allem was passiert, wenn das Christkindl angeschossen wird? Fällt dann Weihnachten aus? Kindliche Gedanken, die jedoch glücklicherweise schnell korrigiert wurden. Denn natürlich schießt man auch in Bayern nicht aufs Christkindl, sondern vielmehr bereitet man damit dem Weihnachtsfest einen würdigen Empfang.

Das Rauhnachtsschiessen, Weihnachtsschiessen oder eben auch Christkindl Anschiessen hat seinen Urpsrung im heidnischen Lärmbrauchtum. Dieses Brauchtum besagt, dass man die Dunkelheit, die Kälte und das Düstere mit Lärm verteiben kann. Früher läuteten hierzu Glocken, man versuchte es mit Kettenrasseln, Goasslschnalzen und Rufen. Später zu Beginn des 19. Jahrunderts wurde dann das erste mal mit großkalibrigen Böllern geschossen. Gerade im Berchtesgadener Raum, im Allgäu ist dieser Brauch stark verwurzelt und ein unglaublich schönes Riutal. Denn in den Tälern gelegen, hallen die Schüsse von den Schützen wider und es ergibt sich ein beeindruckendes Echohörspiel.

Im Mittelalter war das Christkindl schiessen übrigens verboten, da Wilderer diese Zeit gerne für ihre Aktivitäten nutzten und im Schutz des Echos ihre Taten vollzogen. Später hat man dem heidnischen Brauch dann das Siegel der christlichen Bedeutung auferlegt und auch ein festes Datum eingeführt. So wird auch heute noch genau eine Woche vor Weihnachten zum ersten mal um 15 Uhr angeschossen. Dies wiederholt sich dann täglich bis zum Weihnachtsfest und in der heiligen Nacht wird von 23: 30 bis 24 Uhr weitergeschossen. Danach tritt Ruhe ein bis zum Silvestertag, an welchem das alte Jahr mit Schüssen verabschiedet und das neue mit Schüssen begrüßt wird.