RAUHNACHT.BAYERN
Die Rauhnachtszeit -bayrisches Brauchtum und Tradition

Einige Alltagsrituale in der Rauhnachtszeit

Die Rauhnachtszeit ist eine Zeit voller Mythen und Riutale. Oftmals begleiten diese einen schon seit Kindheitstagen, sind vielleicht schon so sehr in Fleisch und Blut übergegangen als das man sie gar nicht mehr so strikt der Rauhnachtszeit zuordnet. Silvester etwa, dass Schiessen mit Feuerwerkskörper ist ein Brauch der eigentlich zur Rauhnachtszeit gehört und heidnischen Ursprungs ist. Das sogenannte Lärmbrauchtum. Früher wollte man so die Dunkelheit, das Finstere, die Ängste und die Gefahren damit vertreiben. Wir möchten Ihnen hier gerne ein paar Bräuche aus Bayern aufzählen, vielleicht erscheint Ihnen das ein oder andere vertraut.

Haushaltsbrauchtum

Der Glaube an die Gefahren der Dunkelheit, der Kälte ist die Grundlage für viele Riutale die man in der Adventszeit in Bayern pflegt. Vielleicht kennen Sie etwa auch den Brauch mit der Wäsche zwischen den Jahren. Dieser Brauch ist in Bayern sehr bekannt, da er schon "seit immer schon" gepflegt und weiter gegeben wird. Von Generation zu Generation. Oftmals ohne zu hinterfragen. Das hat die Oma einfach schon  gemacht, dass macht man weiterhin  so. Zwischen den Feiertagen hängt man einfach keine Wäsche auf, denn wenn die wilde Jagd auf Erden verweilt dann läuft man Gefahr, dass sich diese in der Wäsche verfängt. Auch sagt der Voksmund dass man in den Zwölfernächten keine Wäsche waschen darf, da man sonst im neuen Jahr jemand Nahestehenden das Leben auswäscht. In der Christnach darf man übrigens ohnehin keine Wäsche aufhängen, da diese Nacht der Mutter Gottes gehört und sie die Wäscheleine zum Stoffwindel aufhängen benötigt.

Wahrsagungen

Man sagt, keine anderen Nächte sind so wahrheitsbringend wie die Rauhnächte. Seit jeder schon werden sie gerne zum Wahrsagen genutzt. Und nein- das ist kein esoterischer Quark, sondern denken Sie doch einfach mal an das Bleigießen zu Silvester. Auch das ist ein Rauhnachtsbrauchtum. Mittlerweile auf vielen Partys fester Bestandteil, im Handel fast schon ein gängiger Artikel. Ja, der Blick in die Zukunft - der reizt den Menschen schon immer. Früher hat man dazu die Träume in den Rauhnächten aufgeschrieben. Man sagt, dass die Träume der Rauhnächte das eigene Leben zeigen. Ein jeder Rauhnacht ist dabei eine andere Vorhersehung bestimmt. Die eine zeigt was man loslassen muss, die andere zeigt das tief verborgene der eigenen Seele, eine andere hingegen zeigt vor was man sich in Acht nehmen muss. So mancher legt sich daher auch heute noch ein Büchlein aufs Kopfkissen, denn ein solcher Traum sollte notiert werden. In den Rauhnächten entzündet man auch gerne Wünsche und Hoffnungen. Hierzu schreibt man 13 kleine Zettel und wirft diese gefaltet in einen Topf. In jeder Rauhnacht zieht man einen Zettel und verbrennt diesen ungeöffnet mit einem Spruch zu den Geistern der Rauhnachtszeit. Nach den Rauhnächten bleibt ein Zettel übrig- diesen öffnet man und der Wunsch der darin steht, um diesen muss man sich selbst kümmern. Alles andere wird die Zeit, werden die Geister der Rauhnacht für einen regeln. 

Lebensmittel

In der Rauhnachtszeit, vor allem in den Zwölfernächten darf man nicht unachtsam sein. Denn wer hier verschwenderisch umgeht, der wird von den Wilden heim gesucht. Eine saubere Wohnung, eine Wertschätzung an das eigene Hab und Gut, dass man nicht hunger muss ist in dieser Zeit allen empfehelnswert. Die Perchten lieben die Sauberkeit und den bescheidenen Menschen. Damit das eigene Dasein bewusst wahrgenommen wird und man sich auch mal am einfachen Leben erfreut, soll man in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar einen Perchtenmilch zu sich nehmen. Dies ist eine warme Milch, in welche alte Semmeln/ Brotstücke eingebrockt wird. Diese Milch soll man nicht ganz verzehren, sondern die Reste müssen vor das Haus gestellt werden. Traditionell essen alle Familienmitglieder aus einer Schale und lassen danach die Löffel in selbiger. So stellt man das ganze dann vor die Tür und stimmt die Perchten milde. Wer übrigens den meisten Rahm am Löffel hat, wird sich auf ein Jahr voller Glück freuen dürfen. Aber nur wenn in dieser Nacht keine Wäsche über dem Stuhl hängt, im Ofen sowie im Haus kein offenes Licht brennt. Denn das mögen die Perchten nicht.